Veröffentlicht: Donnerstag, 28. Februar 2019 in Kategorie: Allgemein

SONNENWANDERUNG – WIR SUCHEN DEN WOLF

War es das interessante Thema oder das vorhergesagte herrliche Vorfrühlingswetter? Es kamen zur Wanderung am 24.02.2019 nicht nur die Stammwanderer, sondern auch taffe Mütter mit ihren Kleinkindern und Kinderwagen sowie ein lauffreudiger Jagdhund mit Herrchen und Kind. Gemeinsam hatten alle viel Spaß; auch wenn wir den „Wolf“ nur gesucht, aber nicht gesichtet haben.

Wenn auch nicht jeder auf Anhieb den empfohlenen Parkplatz hinter Schloss Ehrenstein fand, tat dies der guten Laune keinen Abbruch. Los ging‘s, (leider ohne unsere Beate, die dieses Mal krankheitsbedingt fernbleiben musste) auf eine sonnige ca. 15 km lange Rundtour um Ohrdruf.  Kaum einer hat erahnt wie großräumig, gut beschildert, abwechslungsreich, gut begehbar und wunderschön sich die Wanderwege rund um Ohrdruf erstrecken. Und zudem hatten wir diese Mal neben Ronald sogar eine Ur-Ohrdruferin dabei, die uns viel Wissenswertes nebenher vermitteln konnte; so über das Entstehen der Gartenstadt, über ihre Kindheit rund um das Rathaus oder über die Alte Gerberei, die noch lange in der DDR-Zeit tätig war und heute ein technisches Museum beinhaltet.

Unsere illustre Gruppe wanderte zunächst an der Gartenstadt rechts vorbei, an den Ausläufern des Truppenübungsplatzes hindurch zum Aussichtspunkt Wasserturm am Goldberg, vorbei an Weidewiesen für Pferde und anderem Getier (vielleicht war‘s ein Wasserbüffel). Der unter Denkmalschutz stehende Wasserturm auf dem Goldberg ist ein 14,5 m hoher Turm, der vom Ohrdrufer Baumeister Max Riede für 6.000 Mark erbaut und am 23. Juli 1911 der Öffentlichkeit als Aussichtsturm übergeben wurde. Man hat von oben einen freien Blick in die Ferne rund um Ohrdruf bis zum Kamm des Thüringer Waldes und zu den Hörselbergen. Nach einer Stärkung ging‘s dann weiter auf dem gut ausgebauten Bachradweg, wo schon einige auf ihren Drahteseln das schöne trockene Wetter nutzen, zum Tobiashammer, eine vor mehr als 500 Jahren erbaute wasserradbetriebene Schmiedeanlage, welche heute als technisches Museum dient und nach Voranmeldung für schlappe 8 EUR/Person als Gruppe besichtigt werden kann. Leider scheint die dort auch ehemals angesiedelte Gastronomie zwischenzeitlich fast vollständig zum Erliegen gekommen zu sein. Aber wenn man hätte reiten wollen, wäre man dort bestimmt voll auf seine Kosten gekommen. Wir aber wollten weder das Museum oder die Gastronomie noch die Reitmöglichkeit nutzen; wir wollten wandern. Also ging’s über die Bundesstraße 247 in den Wald in Richtung Waldgaststätte Scherershütte. Am wunderschönen Rasenteich vorbei und durch gepflegte Gartenanlagen haben wir uns dann wieder der Stadt Ohrdruf genähert. Wir sind am ehemaligen Russenmagazin (leider heute ein wenig einladender Anblick) durch den Stadtpark mit Teilen seiner historischen Stadtmauer und durch verwinkelte Gässchen über dem Marktplatz vorbei am Rathaus und dem Turm der Michaeliskiche (der nach der Zerstörung der Kirche Sankt Michaelis im Februar 1945 durch einen Luftangriff als Mahnmal in 1999 wieder  errichtet wurde und heute eine Aussichtsplattform hat), an der Alten Gerberei vorbei über die Brücke der Ohra zum Schloss Ehrenstein bis zu unseren Autos gewandert und haben eine wunderschönen Tag aktiv in der Natur bei herrlichem Wetter verbracht. Ist das zu toppen?

Bärbel Thomas/Text u. Bilder