Veröffentlicht: Mittwoch, 5. März 2014 in Kategorie: Judo Allgemein

Medaille bei Deutscher Meisterschaft knapp verpasst

(Foto: Thomas Schauseil) Das Viertelfinale gegen Jonas Schmitt (Saarland) gewinnt Fabian Meyer mit Soto-maki-komi auf Ippon

(Foto: Thomas Schauseil) Das Viertelfinale gegen Jonas Schmitt (Saarland) gewinnt Fabian Meyer mit Soto-maki-komi auf Ippon

Das war bitter für den jungen Schwergewichtler vom FSV 1950 Gotha. Nur noch 7 Sekunden und ein kleiner Vorteil aus einer Bestrafung standen für Judoka Fabian Meyer im Kampf um die Bronzemedaille auf der Anzeigetafel. Doch sein Kontrahent Daniel Messelberger aus Bayern behielt die stärkeren Nerven. Für eine Defensivaktion kassierte Fabian eine Strafe und rettete den Bayern damit in die Golden Score Zeit. In dieser Verlängerungszeit führt die erste bewertete Aktion oder Strafe zum Sieg oder zur Niederlage. Als jüngster U18 Jahrgang war er in dieser Situation aber emotional sichtlich überfordert. Hier fehlte einfach noch die Abgeklärtheit und Erfahrung, um letztendlich auf dem Podest zu landen. Mit einer weiteren Defensivaktion und der damit verbundenen Strafe kam das Aus für den bis dahin überragend kämpfenden Gothaer Kämpfer. Die Enttäuschung über die verpasste Medaille war natürlich im ersten Moment riesengroß.

(Foto: Thomas Schauseil) Fabian Meyer (blauer Judogi) führt 1 Minute vor Kampfende mit Yuko und 2 Strafen Vorsprung relativ deutlich, doch am Ende reichen die Nerven nicht. 7 Sekunden stehen noch auf der Uhr und der Vorsprung ist dahingeschmolzen. Im Golden Score reicht eine Passivitätsstrafe gegen Meyer dem Bayern Messelberger für die Entscheidung und die Bronzemedaille. Bitter für den Sportler vom FSV 1950 Gotha, der bis dato eine überzeugende Leistung ablieferte und bis auf das Halbfinale den Gegnern physisch auch überlegen war. Am Ende war aber nicht die Physis das entscheidende Moment. Der junge Schwergewichtler war im ersten großen U18 Wettkampf einfach der enormen psychischen Anspannung noch nicht gewachsen und musste deshalb nach einer sehr guten Vorstellung letztendlich noch auf das Sahnehäubchen verzichten.

(Foto: Thomas Schauseil)
Fabian Meyer (blauer Judogi) führt 1 Minute vor Kampfende mit Yuko und 2 Strafen Vorsprung relativ deutlich gegen Daniel Messelberger, doch am Ende hat der Bayer die stärkeren Nerven.

Heimtrainer Tobias Tejkl weiß aber, dass solche Momente im Judo dazugehören und für die Entwicklung des Sportlers eher hilfreich sein können. Immerhin hat der 1,93 m große und 100 Kilogramm schwere Hüne aus Goldbach, der mittlerweile am Landesstützpunkt in Jena trainiert, eindrucksvoll bewiesen, dass er in Zukunft ganz vorne mitmischen kann. Er konnte sich auf Anhieb ins Halbfinale durchkämpfen, verlor zwar hier gegen den 2 Jahre älteren und späteren Vizemeister Erik Becker (Saarland) relativ deutlich, doch darf man nicht außer Acht lassen, dass ein Entwicklungsvorsprung von zwei Jahren in dieser Altersklasse eine große Rolle spielt. So waren es am Ende auch die ältesten und erfahrensten Jahrgänge die sich durchsetzen konnten. Der Berliner Henrik Noack gewann die Klasse +90 Kilogramm und sicherte sich somit den Deutschen Meistertitel im Schwergewicht.

(Foto: Thomas Schauseil) Jubel über den Halbfinaleinzug. Der undankbare fünfte Platz bleibt am Ende. Die von Fabian gezeigte Leistung zeigt sein Potential und war  für seine erste Teilnahme an Deutschen Meisterschaften spitzenmäßig.

(Foto: Thomas Schauseil) Jubel über den Halbfinaleinzug. Der undankbare fünfte Platz bleibt am Ende. Die von Fabian erbrachte Leistung zeigt sein Potential und war für seine erste Teilnahme an Deutschen Meisterschaften spitzenmäßig.

Die 21 gestarteten Thüringer Athleten konnten mit der Goldmedaille für Thomas Gubert (Heiligenstadt), der Silbermedaille für Maxime Brausewetter (Erfurt) sowie drei 5. und vier 7. Plätzen den sechsten Platz der Medaillenstatistik belegen. Ähnlich wie Fabian Meyer erging es dabei Vincent Giller (-46 kg, Schwarza) und Frederike Fidel (-52 kg, Erfurt), die sich beide als jüngster Jahrgang ebenfalls bis ins Halbfinale durchkämpfen konnten und nach dem verpassten Finaleinzug auch im Kampf um den dritten Platz passen mussten. Als kleines Trostpflaster bleibt den beiden männlichen Athleten die Einladung zum Trainingscamp im Anschluss an das internationale Bremen-Masters-Turnier Ende März. Hier haben sie Gelegenheit mit Japanern und Brasilianern zu trainieren und weitere Erfahrungen zu sammeln, denn die wichtigsten Höhepunkte kommen noch. Für die jüngsten U18 Jahrgänge sind die U16 Bundessichtungsturniere, die Wettkampfhöhepunkte des Jahres. (TT)