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Ja wo laufen sie denn? - in
Thüringen!?
Seit dem
Citylauf in Gotha am 13.Mai 2007 waren unsere Läufer nur vereinzelt zum
Rennsteig- und Kirschlauf, Rennsteigstaffellauf oder zum Training durch den
Krahnberg und Thüringer Wald unterwegs. Am 01.07.07 traf man sich wieder in
einer größeren Gruppe und probierte sich in den leichtathletischen Disziplinen
fürs Deutsche Sportabzeichen.
Zur
Erstauflage des Thüringen-Ultra schafften wir es endlich mal wieder in
Gemeinschaft zu laufen, obwohl sich das Zusammenstellen aus unterschiedlichen
Gründen als schwierig gestaltete.
Am
07.07.07 um 5.00 Uhr gingen unsere Staffeln wie folgt an den Start: Frauenstaffel: FSV-GTH Laufrausch 1
Gaby Herz, Ute Sipp, Ina Oschmann, Annette Beese
Mixstaffel: FSV-GTH Laufrausch 2 Christian Goldhorn, Kriemhild Nahr,
Tom Oschmann, Ricarda Müller-Wohne
Als
Einzelstarter machte sich eine Stunde früher Kamen Pawlow auf den Weg, einer
von über 110 Ultras. Er hatte schon mehrfach den Rennsteig zum Supermarathon
bezwungen und sah die 100 km als neue Herausforderung!?
Für die
meisten von uns waren die 25 km pro Strecke schon eine Herausforderung! Ganz
besonders für Christian, den ich am Montag beim Fitness-Training dazu gewinnen
konnte, da der ursprüngliche Läufer kurzfristig ausfiel. Er war zwar schon
länger nicht gelaufen, aber fühlte sich fit genug, die Strecke zu meistern. Gesagt
– getan, sein Husky unterstütze ihn dabei.
Gaby, die
erste Läuferin der Frauenstaffel, war ziemlich schnell auf der Ruhlaer Skihütte
und überraschte damit alle. Die anderen Frauenstaffeln hatten nur einen knappen
Vorsprung im Bereich von 10 Min. Das Wechseln der Frauen vor uns konnte ich am
2. Wechselpunkt Floh-Seligenthal auch beobachten, allerdings war der Abstand
zwischen den Staffeln gewachsen. Ute fühlte sich fit und meisterte die 26,4 km
- Strecke als routinierte Kurzstrecklerin super. Sie war auch kurzfristig
eingesprungen. Was tut man nicht alles für’s Team! Unterwegs auf der 3. Strecke überholte ich viele der
Ultraläufer, darunter auch Frauen. „Wie verrückt muss man sein, um sich so was
anzutun?“, fragte ich mich immer wieder, mir fiel das Viertel heute schon
ziemlich schwer. Kurz vorm „Neuen Haus“ ein gelbes Hemd, ich hatte Kamen
eingeholt. Er war super unterwegs, aber die ersten 50 km wohl zu schnell, denn
langsam verließen auch ihn die Kräfte. Er sah trotzdem sehr gut aus, gar nicht
wie „70 km in den Beinen“! Ich sollte mit ihm laufen, war aber in Zeitdruck, da
ich vielleicht unter 2 Stunden noch ankommen könnte.

Kamen Pawlow hatte die 100 km in Angriff genommen. 11 h 47min war er dafür unterwegs. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Ultra-Leistung!
Am Ende erreichte ich dieses
Ziel nicht. Aber trotz meines eher qualvollen Laufes mit Bauchschmerzen und
Seitenstechen sowie einem total matten Gefühl in den Beinen und daher mehreren
Gehpausen, schaffte ich es scheinbar doch, den Abstand zu den Frauenstaffeln
vor uns zu verringern und überholte laut graphischer Auswertung noch eine. Am
Wechselpunkt Finsterbergen standen noch abgekämpft wirkende Läuferinnen, die
sicher noch nicht lange den Punkt erreicht hatten. Annette war mit ihrem Mann
unterwegs und wird das Beste daraus machen, ich hatte es geschafft. Mein treuer
Begleiter, unser Hund Max, schien nicht besonders erschöpft, ganz im Gegenteil
zu mir. Am Ziel in
Fröttstätt, ich war noch nicht lange da, lief Annette um 14.10.41 Uhr über die
Ziellinie. Die mich überraschende Ansage war korrekt, wir hatten gewonnen! Als
letzte Läuferin konnte sie noch einige Ultras und Staffeln überholen, ihr
Radbegleiter Karsten schaute immer nach den Startnummern und bestätigte „wieder
eine Frauenstaffel“. So motivierte sich Annett und legte noch einen Zahn zu, so
dass der Vorsprung auf die Zweiten über 3 Minuten betrug. Ein toller Erfolg für
alle, zumal wir zur Hälfte der Strecke noch hinten lagen..
Unsere
Mixstaffel kämpfte unterdessen noch auf den letzten Kilometern. Kriemhild hatte
auf der 2. Strecke per Zufall einen Radbegleiter gefunden. Er hatte sie am
23.06. 07 zur Rennsteigstaffel begleitet (sie war in einem
fremden Team eingesprungen) und stand da am Weg mit seinem Rad herum… Da er
nichts zu tun hatte, war die Radbegleitung perfekt. Nach dem Wechsel ging es
für Tom auf seine ersten 25 km am Stück, die er recht gut meisterte. Er
wechselte auf Ricarda, die schon mehr Erfahrung mit langen Strecken hat und am
Ende mit ihrer Leistung total zufrieden war: „ Geil, ich bin noch nie so eine
Zeit gelaufen!“. Schön war auch, dass sie nach dem letzten Verpflegungspunkt
Kamen erreichte und er mit ihr gemeinsam durchs Ziel lief. Es war wohl für alle
Teilnehmer ein Erlebnis der besonderen Art.

Zur Siegerehrung fanden wir uns
alle in Fröttstött ein und sind uns sicher: „Im nächsten Jahr machen wir wieder
mit!“.
Ina Oschmann
100 km, 2 x 50 km,
4 x 25 km –thüringenULTRA =
Ultra schwer - Landschaftlich einmalig - Thüringer
Gastfreundschaft - Rundkurs 100 km -
Alles bestens!
Thüringen besitzt
neben dem legendären Rennsteiglauf auch einen Ultralauf, wobei „ultra“ nicht
nur für sportliche Schwierigkeit, sondern auch für organisatorische Qualität steht.
Der erste Ultramarathon
in Thüringen war ein absoluter Senkrechtstarter! Beim thüringenULTRA war alles phänomenal, sogar das Austragungsdatum
hatte eine magische Kraft: 07. 07. 07!
Seit vielen Jahren
nehme ich an Volkslaufwettkämpfen teil und noch nie war ich im Ziel so
glücklich, stolz und mit dem Veranstalter verbunden!
Meine Euphorie
versuche ich anhand der 5 Großbuchstaben als Stichpunkte kurz zu umreißen:
U – ultra steht für die 2150 Höhenmeter durch Wälder und
Wiesen rund um den Inselsberg im westlichen Thüringer Wald.
L – landschaftliche Ausblicke von überwältigender Schönheit
entlang alter Handelswege und stillgelegter Bahnstrecken.
T – Thüringer Läufer um Gunter Rothe haben einen familiären
Lauf der Superlative kreiert. Danke auch allen ährenamtlichen Helfern, verteilt
auf 100 km!
R – Rundkurs mit Start und Ziel in Fröttstädt, keine Strecke
musste zwei Mal gelaufen werden – für
Sportler und Zuschauer war alles bestens, sogar die Kinder hatten auf dem schönen
Spielplatz keine Langeweile beim Warten auf die verrückten Läufer.
A – allen Mitstreitern nochmals danke für ein neues Sport-Highlight
im Landkreis Gotha! Mit Jörg Kupfer aus Gotha hatte es auch bei der Prämiere den
verdienten Sieger!

Kamen Pawlow,
Startnummer=Alter: 47, Laufzeit: 11.47
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