Veröffentlicht: Freitag, 10. März 2017 in Kategorie: Allgemein

Die Wiege Thüringens – wo alles begann

Unser nächster Wandertermin am 05.03.2017 stand an. 9 Wanderer trafen sich am Bahnhof Reinhardsbrunn. Hier konnten wir die Autos parken. Wir setzten uns in den Bus nach Altenbergen. Von dort aus starteten wir bei kühlen Schauerwetter zum Candelaber auf der Anhöhe über dem Ort. An dieser Stelle stand die erste Taufkirche Thüringen, die seinerzeit von dem Missionar Bonifazius gegründet wurde, das war jedoch schon lange vor Luthers Zeit, im Jahre 724. Der Lutherweg führt auch zu diesem geschichtsträchtigen Ort und wir folgten ihm ein Stück.

Von der Höhe stiegen wir wieder hinab in den Ort, überquerten die B 88 und folgten auf der anderen Seite einen schmalen Pfad in einem kleinen Wäldchen mit teils schönen alten Eichen. Hier gibt es auch eine kleine Schutzhütte, die auch genau zur rechten Zeit in Sicht kam. Just in dem Moment kam ein Regenschauer, den wir zu einer kurzen Pause in der Hütte nutzten. Weiter ging es am Waldrand entlang auf einem besonders schlammigen Weg – hier wird gerade Holz geschlagen. Wir streiften knapp das Schwimmbad in Schönau, begaben uns aber auf den Weg in Richtung Engelsbacher Höhe. Da ist es im Frühjahr immer so schön sonnig und lichtdurchflutet, außer natürlich heute, wo keine Sonne scheint.

Wir überquerten erneut die B 88 und folgten nun dem Philosophenweg in Richtung Friedrichroda. Die ersten murrten schon ein wenig, sie haben Hunger, wann ist

 

endlich die Mittagspause? Hier ist aber kein Unterstand und so wandern wir noch bis zum Klinkensteintempel. Der hat ein Dach, leider aber keine geschlossenen Wände, deshalb ist es zugig.  Also müssen wir unsere Brote und das Obst etwas schneller essen.

 

Danach geht es auf einem sehr steilen Weg nach Friedrichroda hinunter.  Am „Waldschlösschen“ überqueren wir die Straße und kämpfen uns auf der anderen Seite wieder in die Höhe. Das hat den Vorteil, dass niemand mehr friert. Eine Zeit lang folgen wir einem breiten Forstweg, biegen aber dann nochmals auf einen urwüchsigen Weg ab, der eigentlich kein Weg ist. Wir erreichen schließlich die  „ Schauenburg“.  Ludwig der Bärtige, der Stammvater der Ludowinger ließ sie in der Zeit um 1000 erbauen . Sein Sohn Ludwig der Springer baute später die Wartburg. Dabei wendete er einen Trick an, denn der Berg, auf dem diese Burg erbaut werden sollte, war nicht in seinem Besitz. Deshalb ließ er mit Ochsenkarren Erde von der Schauenburg zur Wartburg bringen und schwor mit 7 Rittern, dass er die Burg auf seiner Erde baut.

Heute sieht man von der Schauenburg nichts mehr, nur der Felsen, auf dem sie einst stand, ist unverwüstlich noch vorhanden. Von hier hat man einen Ausblick auf den Rennsteig. Ein wenig zeigt sich auch die Sonne und so verweilen wir einen Augenblick an diesem historischen Ort.

Von nun an geht es nur noch bergab. Bis nach Friedrichroda sind es noch 3 km. Wir gehen ein Stück auf dem Burgweg und folgen dann der Dodelspromenade bis zum Büchig. Das hat den Vorteil, dass wir noch eine ganze Weile durch den Wald wandern können und nicht im Ort auf dem Asphalt. Außerdem singen hier die Vögel so schön.

Auf dem Weg hatten wir uns schon eine ganze Weile über das „Waldschlösschen“ in Friedrichroda unterhalten, dass es da so leckeren Kuchen und auch Torte gibt. Irgendwie tropfte da doch einigen der Zahn, so dass 6 von uns noch mit dem Auto hinfuhren und ein riesiges Stück Torte aßen. Na gut, wir waren 18 km gewandert mit 500 Höhenmetern bergauf, da hatten wir das schon irgendwie verdient.

Beate Werner/Text + Bilder