Veröffentlicht: Dienstag, 3. März 2015 in Kategorie: Allgemein

EISSCHLUCHTEN ZWISCHEN WARTBURG UND RENNSTEIG

Essen so viel man will – dafür bezahlen so viel man will! – eine neue Verkaufsstrategie in der Berghütte Sängerwiese bei Eisenach?

D-schlucht Wer so etwas noch nicht live erlebt hat, wäre auf unserer 2. Wanderung am 25. Januar 2015 unter dem Thema „Eisschluchten zwischen Wartburg und Rennsteig“ voll auf seine Kosten gekommen. Pünktlich 9.00 Uhr traf sich unsere kleine Gruppe Wanderwilliger im Eisenacher Mariental am Fuße der Drachenschlucht, um sich bei Winterwetter mit unseren beiden Guides Beate und Ronald auf einen ca. 12 km langen Weg entlang der Eisschluchten zu begeben. Dass die Sonne an diesem Tag in Eisenach nicht wirklich präsent war, hat dem Spaß und der guten Laune unterwegs nicht wirklich geschadet. Gut behütet von den (Strick-)drachen als Maskottchen, die Beate und Ronald (gefahrabweisend) an ihren Rucksäcken haben sichtbar baumeln lassen, stapften wir durch das geologische Naturdenkmal Drachenschlucht (ca. 3 km lang und an seiner schmalsten Stelle nur 68 cm breit) sicher und gefahrlos bergauf bis zur „Hohen Sonne“. Leider bietet sich dem Wanderer ein trauriges Bild, denn das einstige Schloss „Hohe Sonne“, das seit 1906 auch als Ausflugsgasstätte und später als Hotel genutzt wurde, dümpelt vor sich hin im Dornröschenschlaf. Mit viel Phantasie kann man erahnen, dass dieses (in seiner Substanz doch sehr schöne) Haus deutlich besserer Zeiten erlebt hat. Warum findet sich denn nur kein finanzkräftiger Investor für ein solches Haus, an einer sehr gut erschlossenen Straßenrandlage und doch fast im Wald gelegen?

Wenn man sich vom ersten Schock erholt hat, erkennt man, dass es doch eine Möglichkeit zur Stärkung und zum Verweilen gibt. Ein Imbiss Pavillon schützt vor Kälte, Wind und Feuchtigkeit und hat ein ganz passables Angebot an unterschiedlichsten Speisen und Getränken.

Nachdem wir uns an der „Hohe Sonne“ gestärkt, die B 19 und sogleich auch den Rennsteig gequert hatten, ging`s frohgelaunt bei lustigem Flockenwirbel von nun an (nur noch) bergab. Zuerst über die Weinstraße und dann durch die Landgrafenschlucht (diesseits der B 19) zurück in ´s Mariental.

Was wir bis dahin nicht glaubten, weil wir es nicht wussten, ist die Tatsache, dass die Landgrafenschlucht ebenso so malerisch, bizarr, schroff, verwunschen und wunderschön ist, wie die weithin bekannte Drachenschlucht (also ein Gemeintipp für einen nächsten anstehenden Familienausflug).D-schlucht1

Unterwegs kam unsere passionierte Hobbyfotografin Beate voll auf ihre Kosten, weil sich immer wieder lange und kompakte Eiszapfen und –Konglomerate vor ihre Linse drängten und bildlich verewig werden wollten.

Zum Schluss sollte unsere Wanderung vom Mariental über die Bergbaude „Sängerwiese“ bis zur Wartburg führen. Zur Bergbaude „lockte“ uns Ronald, weil er meinte, dass es dort die besten Bratkartoffeln gäbe (dies hatte er auf seiner Testwandertour wohl in Erfahrung gebracht). An Hunger von der vielen frischen Luft und den bereits gelaufenen Kilometern mangelte es unsererseits nicht. Aber zunächst welch traurige Überraschung – es gab keine Bratkartoffeln an diesem Tage.

Dafür aber war in einem separaten Raum ein kaltes und warmes Buffet aufgebaut, das keine Wünsche offen ließ. Der Clou – jeder konnte sich nach Herzenslust bedienen – und anschließend den Preis zahlen, den er für angemessen für seine verzehrten Speisen hielt. Der Hüttenwirt jedenfalls erzählte uns, mit diesem „Experiment“ voll zufrieden zu sein, d. h. keine „Nasse“ zu machen. Im Ergebnis also eine win–win-Situation für die Gäste und die Gastgeber. Auch ohne diese ausgefallene Form der Speisendarreichung eine sehr empfehlenswerte Küche und ein Wirt, der absolut in eine solche Lokation passt. Überzeugt Euch selbst einmal!

Und nicht vergessen: Der nächste Wandertermin steht auch schon fest. Am Sonntag, den 15. März 2015, soll´s zum Frühlingserwachen in den Hainich gehen.

Bärbel Thomas