Veröffentlicht: Sonntag, 25. Juni 2017 in Kategorie: Persönliche Erlebnisse

11. thütingen ULTRA – 1.7.17 – 100 km und der große Regen!

Ein persönlicher Bericht von Kamen Pawlow – FSV 1950 Gotha

13.22.39 h/Platz 15 von ins. 36 M55/Platz ges. 120 von über 250

Wenn ich heute die letzten 3 Läufe beim „thütingen ULTRA“ vergleiche, muss ich sagen: 2015 war die große Hitze mit bis zu 40 ° C – meine Laufzeit: 13:24 h; 2016 – beste Bedingungen – Laufzeit 12:24;
und 2017 – der große Regen, der mich unvorbereitet traf – 13:22, dafür noch eine gute Laufzeit!

Doch der Reihe nach.

Den Start gab Horst Reinhardt vom Lauffeuer Fröttstädt Er wünschte mir viel Glück! Das habe ich auch gebraucht!
Nach dem Start das Übliche: Bin mit der ersten Gruppen gelaufen. War unaufmerksam, lief den Ersten hinterher und wir verliefen uns schon im ersten Dorf. Mussten zurück und dabei sah ich die Gruppe um Martin Armenat (gesamt 2.!) und Peter Flock nur von der Ferne. Schade, mein alljährliches Spiel ist es nämlich, dass ich mit dem super Peter 10 km mitlaufe und ihn dabei vollrede. Erst danach lasse ich mich „fallen“ und laufe immer langsamer.

Diesmal lief ich „allein“ bis zur Glasbachwiese (Km 27) und nicht schlecht. Der erste XXL-Lauffreund, der kurz davor am Straßenrand stand, war Jens Panse. Ich rief ihm zu: „Alles läuft nach Plan!“ Und dann am Wechselpunkt Glasbachwiese riefen mir hintereinander die Läuferin Maria Füldner und der Ringer Florian Crusius denselben Satz zu: „Du siehst aber gut aus!“
Unweit davon, ungefähr bei Km 30 begannen aber die Katastrophen! Alle werde ich nicht nennen, hier mein „Leidenslauf“ in Kürze:
Ich wollte Musik hören und stellte fest, mein MP3-Player geht auf Dauerschleife bei einem Lied. Das wollte ich ändern und während ich am Gerät rumfummelte, begann der Regen. Dass es der Megaregen wird, ahnte ich nicht, verpasste meinen Not-Müllsack überzuziehen. Mehr hatte ich nicht. Dann: Schmerz in den Augen, teilweise konnte ich nichts mehr sehen, denn die wasserfeste Creme, mit der ich mich eingerieben hatte, floss mir von der Stirn runter.
Irgendwann zog ich mein wassergetränktes T-Shirt aus und so schleppte mich bis zum Wechselpunkt am Inselsberg. Dort schrie ich 3 x das Wort mit SCH, das hörte der vorbeilaufende Hans-Joachim Petermann und lachte: „Das bisschen Regen!“ Ja, er hatte auch eine schöne Jacke an. Er wurde auch verdienterweise 1. in seiner AK60! Mich rettete Gerhard Kuno, der als erster in der FSV Gotha-4er-Staffel bereits gelaufen war und jetzt seine schnelle Tochter Maria betreute, die als zweite in seiner Staffel lief. Sie wurden übrigens auch erste Mixstaffel! Gerhard gab mir ein T-Shirt von Maria  – zu eng, aber trocken und warm. Das rette mich!
Die schnelle Laufzeit war aber dahin…
In Floh-Seligenthal konnte ich mich endlich komplett umziehn.
Der Regen wie aus Gießkannen hatte bis Km 54 über 3 Stunden angehalten! So etwas habe ich beim Laufen noch nie erlebt!

Jeden anderen Lauf hätte ich spätestens hier abgebrochen, der ULTRA freundliche Lauf aus Fröttstädt ist mir aber heilig geworden! So biss ich die Zähne zusammen bis zum Finish des 100-Kilometer-ULTRA.

Der Regen kam aber immer wieder, doch jetzt war ich auch mit einer guten Jacke gerüstet!
Ich musste nur noch mit der totalen Erschöpfung kämpfen! Und mein Kopf (nicht meine Beine) schaffte es wieder mal! So konnte ich sogar im Zieleinlauf sprinten und schrie den Sieg über mich selbst mit erhobenen Händen heraus!

Von insgesamt 11 bin ich 9 ULTRAS gelaufen und jetzt stolzer Besitzer meines 9.T-Shirt-Sterns!