Veröffentlicht: Mittwoch, 20. Juli 2016 in Kategorie: Ausdauersport und Wandern

Wanderung zur Leinaquelle mit anschließendem Sommerfest in Finsterbergen

Am 17.07.2016 trafen sich erneut die Wanderfreunde des FSV, um zu erkunden, wo eigentlich die Leina entspringt. Dem Leinakanal waren wir ja im Frühjahr schon gefolgt, aber wo kommt das Wasser eigentlich her?

Wie immer trafen wir uns 10 Uhr. Wir parkten zunächst unsere Autos am Zielpunkt, damit alle nach dem Sommerfest von dort zur Heimreise starten konnten. 11 Wanderer folgten der von Ronald ausgesuchten Strecke. Wir liefen ein Stück der Leina Bachabwärts um dann steil im Wald Richtung Bauernweg zu gelangen. Diesem folgten wir bis zum „Neuen Haus“. Wir wechselten von der Teerstraße auf einen Waldweg, der von mannshohem Gras umgeben war. Nachdem wir nochmals die Straße überquert hatten wurde der Weg noch undurchdringlicher. An einer herrlichen Blumenwiese sah man nur noch die Köpfe zwischen den bunten Blumen, Fingerhüten und Gräsern herausschauen.

Wir erreichten schließlich die Soldatengräber, die heute nur noch jemand finden kann, der den Weg kennt. Wir legten ein paar Blumen nieder im Gedenken an die jungen Männer, die mit 16-18 Jahren hier in den letzten Kriegstagen 1945 ums Leben kamen. Ronald hatte sich im Museum in Finsterbergen eine Kopie eines Augenzeugenberichtes organisiert, den er in Teilen vorlas. Da wurde es doch ziemlich still in der Gruppe. In Anbetracht der vielen Unruheherde auf der Welt können wir nur hoffen, dass so etwas nie wieder passiert.

Wir besonnen uns wieder auf das heute und jetzt und erfreuten uns im weiteren Verlauf auf dem „weißen Weg“ an der Schönheit der Natur. Wir erreichten schließlich den Rennsteig, dem wir bis zum Possenröder Kreuz folgten. Hier hatten wir Glück, dass es eine Schutzhütte gibt, denn just in dem Moment, als wir unser Mittag auspackten, begann es zu regnen. Drinnen saßen wir aber trocken und als wir uns gestärkt hatten, war auch der Regenschauer vorbei.

Nun hieß es, die Leinaquelle zu suchen, das Hinweisschild ist schon seit Jahren verschwunden. Ronald kennt sich aber aus. Wir haben dann auch noch herausgefunden, dass er letzte Woche extra schon einmal dort war und den Weg freigeschnitten hat, sonst wären wir gar nicht bis hin gekommen. Ein Schild bestätigt, dass wir die Quelle gefunden haben. Wir konnten dem Bachlauf aber nicht folgen, hier ist alles vollkommen undurchdringlich. Wir gingen also das Stück bis zum Hauptweg zurück und folgten dann dem Naturlehrpfad, der im Leinatal entlang führt. Hier wurden wir die ganze Zeit vom Plätschern des kleinen Baches begleitet. Eine letzte Pause legten wir am Brandleiteteich ein und genossen die Stille.

Nun war es bis zum Ziel an unserem Grundstück an der „Öwerlien“ nicht mehr weit. Wir stellten die Getränke zum Kühlen ins  Wasser. Leider begann es kurz darauf zu regnen, das war so nicht geplant. Aber von solchen Kleinigkeiten lassen sich so hartgesottene Wanderer wie wir nicht abschrecken. Also wurden kurzerhand Regenschirme aufgespannt, Capes angezogen und so gerüstet Kartoffeln geschält, gerieben und zu Kartoffelpuffern verarbeitet, die Ronald auf dem Lagerfeuer in einer alten Eisenpfanne gebraten hat. Es war wieder ein Gemeinschaftsprojekt, an dem alle beteiligt waren. Und die sind sowas von lecker.

Zum Glück hörte der Regen irgendwann wieder auf, so dass wir noch eine neue Spezialität ausprobieren konnten. Ich hatte Hefeteig vorbereitet. Auch hier halfen wieder alle mit. Der Teig wurde in kleinen Stücken ausgerollt und mit diversen Zutaten gefüllt, sozusagen eine „Outdoor- Calzone“ und dann ebenfalls am Lagerfeuer gebacken. Die kleinen Leckerbissen waren sehr begehrt und waren schnell vergriffen.

Wir saßen noch lange am Feuer, unterhielten uns über Gott und die Welt und hatten viel Spaß. Übrigens hatten wir als Maskottchen dieses Mal „Merle Maus“ mit dabei, in Anlehnung an dieses urwüchsige Grundstück, auf dem es sicher Unmengen Mäuse gibt. Leider geht auch der schönste Tag irgendwann zu Ende. Es folgten herzliche Umarmungen beim Abschied. Es hat allen wieder ganz toll gefallen und man war des Lobes voll für das tolle Sommerfest. Eine Wiederholung im nächsten Jahr ist natürlich geplant und von allen auch gewünscht.

Text und Fotos: Beate Werner