Veröffentlicht: Mittwoch, 10. Mai 2017 in Kategorie: Ausdauersport und Wandern

„Blütezeit- gestern und heute“

Unsere Wanderung am 07.05.2017 führte uns dieses Mal an die Fahner Höhen. Die Überschrift spielt auf die Blütezeit der Reformation mit Luther vor 500 Jahren und natürlich auf die Blüte der Obstbäume an. Einige unserer „Stammwanderer“ fehlten wegen Urlaub. Umso schöner war es, dass einige „Neue“ aus der Laufgruppe des FSV dabei waren. So konnten wir uns in Ballstädt mit 11 Leuten auf die Wanderung begeben. Wir erklommen den ersten Hügel, liefen über Wiesenwege mit Steuobst bis zur See-Ecke, ein ausgetrockneter kleiner See. Hier tauchten wir in den Wald ein und liefen bergan bis zur „Schönen Aussicht“. Zeit für die erste kleine Trinkpause. Ich war fasziniert von dem tollen Mischwald. Es gibt hier Unmengen verschiede Bäume, teils auch sehr alte und große Exemplare, u.a. riesige Linden, Eichen, Ahorn, Buchen, Pappeln, Kastanien usw. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an dieser Vielfalt. So etwas sucht man im Thüringer Wald vergebens. Dazu kam noch das wunderbare frische Maigrün, einfach herrlich. Auch die anderen Mitwanderer erfreuten sich an dem Anblick. Weiter ging es über den Kamm der Fahner Höhen bergab. Hier trafen wir auf den Lutherweg, der auf seinem Verlauf von Bad Langensalza nach Erfurt hier entlang führt. Von dieser Seite hatten wir nun Aussicht auf die riesigen Obstplantagen. Die Kirschen waren leider schon verblüht, die Äpfel begannen aber gerade. An einem Rastplatz legten wir die Mittagspause ein. Nun kam sogar die Sonne etwas heraus und setzte die Szenerie in ein goldenes Licht. Wir hatten wieder unsere Verpflegung im Rucksack dabei. Gespräche kamen in Gang und wir konnten uns nur schwer losreißen. Nun liefen wir ein Stück direkt durch die Plantagen. Hier war es dann doch recht auffällig, dass es ziemlich nach Chemie riecht. Direkt unter den Bäumen wächst auch keinerlei Unkraut. Ob das immer so gut ist? Da kommen mir doch Zweifel. Nach einer Weile verließen wir den Lutherweg, um ziemlich steil bergauf wieder den Kammweg zu erreichen. Diesen überquerten wir aber nur, denn er ist breit und geschottert. Wir bogen stattdessen auf einen gemütlichen Waldweg ab, der wahrscheinlich eigentlich kein Weg ist. Weiter ging es über Wiesen und Pfade im Wald, die üblicherweise nur von Wildschweinen genutzt werden. Irgendwie gelingt es uns aber immer wieder, dank Ronalds Spürsinn, solche Pfade zu finden. Irgendwann kam dann wieder ein etwas breiterer Weg, dem wir folgen konnten. Zum Schluss der Wanderung liefen wir dann noch durch den „Blütengrund“, ein echter Insider Tipp. Ich konnte die Wandergruppe von hinten beobachten, da ich das Schlusslicht bildete. Im Gänsemarsch liefen wir durch diesen Grund. Der Boden war bedeckt von Blattwerk. Im zeitigen Frühjahr muss es hier Märzenbecher gegeben haben. Inzwischen bedeckten den Boden Buschwindröschen und Giersch. Herrliche Bäume ragten bis in den Himmel, die Vögel sangen und die Gespräche der Wandergruppe verstummten. Alle waren von dieser herrlichen Natur tief beeindruckt, es hatte so etwas Meditatives. Schließlich lichtet sich der Wald und wir erreichten eine Streuobstwiese mit alten Apfelbäumen, die in voller Blüte standen. Von hier war es nur noch ein Katzensprung bis zur Ballstädter Bockwindmühle. Diese ist schon recht sehenswert, aber unsere Männer waren von einer anderen Konstruktion nicht mehr wegzukriegen. Vor der Bockwindmühle stehen zwei Figuren aus alten Metallteilen, überwiegend von alten Autos, ein Reiter und eine Frau. Hier konnten die Männer von einem alten Wartburg-Motor bis zu Getriebeteilen allerhand entdecken. Wir hatten ziemliche Mühe, sie von dort wieder weg zu bekommen. Nach 18 km erreichten wir den Ausgangspunkt. Die Wanderer aus der Laufgruppe haben gelobt, auch öfter mit zu kommen. Es war doch auch für sie mal eine Abwechslung zu ihrem sonst üblichen Lauftraining.

Ronald hatte wieder eine tolle Strecke ausgesucht. Die Fahner Höhen sind wirklich ein Geheimtipp. Ich hatte im Vorfeld immer gedacht, dass es hier nur wenige Wege gibt, die noch dazu breit und geschottert sind. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Wir sind zu 90% auf weichen, teils schmalen Wegen wie auf Wolken gelaufen.

Text und Fotos: Beate Werner