Veröffentlicht: Donnerstag, 28. April 2016 in Kategorie: Ausdauersport und Wandern

Leinakanalwanderung von Schönau bis zum Boxberg

Am 24.04.2016 war es wieder soweit, die nächste Wanderung stand an.

Nachdem wir letztes Jahr den Flößgraben erkundet hatten, der das Wasser für die Gothaer Wasserkunst liefert, sollte es in diesem Jahr der schon viel ältere Leinakanal sein, der schon im Mittelalter Wasser nach Gotha beförderte.

So trafen sich 16 Unerschrockene, die zu größten Teil mit dem Bus anreisten, in Engelsbach an der Noth. Das Wetter war typisch April, mal Sonne, dann wieder Graupelschauer, aber von so etwas lassen sich ja „ richtige“ Wanderer nicht abschrecken. Unserem Maskottchen „Rita Ringelnatter“, die wieder eigens für diese Tour von mir gestrickt wurde, hat jedenfalls die Sonne besser gefallen.

Wir liefen zunächst durch den Wald bis zum Schwimmbad nach Schönau. Hier befindet sich ein Wehr, an dem das Wasser von der Leina für den Leinakanal abgezweigt wird. Wir wollten nun heute diesem Verlauf folgen, zum größten Teil unmittelbar am Wasser entlang. In Schönau war das nicht ganz so leicht, da hier der Leinakanal teilweise unter der Straße in Rohren entlang läuft. Aber unmittelbar nach Schönau konnten wir über Wiesen, die recht nass waren, immer direkt am Wasser entlang gehen. Man kann hier schon immer anhand der Baumreihen, die die Ufer säumen, den weiteren Verlauf erahnen. Der Kanal windet sich hier in endlosen Schleifen, um Täler zu umgehen, denn Wasser kann ja bekanntlich nicht bergauf fließen. Manchmal hat man aber trotzdem das Gefühl, dass es irgendwie bergauf geht.

Als wir gegen Mittag an einer schönen Stelle bei Wipperoda zu unserer Pause ankamen, hatten wir uns Luftlinie kaum von Schönau entfernt, waren aber schon 2 Stunden unterwegs. Wir stärkten uns, einen Graupelschauer unter dem Dach der Rastbank abwartend. Ein kleines Schnäpschen genehmigten wir uns auch, das wärmte so schön von innen. Dann ging es weiter in Richtung Emleben. Hier gibt es auch einen schnurgeraden Weg, aber wir wollten ja den Schlängelweg am Wasser entlang, der kein richtiger Weg ist, sondern einfach an der Wiese entlang geht. 200 Meter Luftlinie gegenüber sehen wir schon den Weg, der dann zum Boxberg führt, wir werden aber bis zu dieser Stelle noch ca. 5 km zu wandern haben.

In Emleben sehen wir wundervolle knorrige uralte Bäume in Gärten und erreichen schließlich die Stelle am Kellerplatz, an der sich der Leinakanal mit dem Flößgraben vereint. Ab hier fließt dieses Wasser als Leinakanal weiter nach Gotha. Am Kellerplatz ist ein sehr schöner Spielplatz mit vielen Bänken und die Sonne scheint gerade so herrlich, dass wir hier nochmals eine kurze Rast einlegen. Weiter geht es am Sportplatz vorbei, den wir in einem mächtigen Graupelschauer kaum erkennen können. Kurz darauf sehen wir schon die alte Eiche am Boxberg. Wir bleiben aber am Leinakanal und folgen dem Pfad, der sehr schön schlammig ist, bis an die Wiese kurz vor dem „ Thüringer Waldblick“. Beim Schlendern über die Wiese wurden auch die Schuhe so halbwegs wieder sauber.

Heute war wieder mal ein sehr gutes Beispiel dafür, dass immer der Weg das Ziel ist, denn wir sind 15 km gewandert. Hätten wir die langweiligen geraden Wege genommen, wäre es sicher nur halb so weit gewesen.

Alle Wanderer waren wieder begeistert von der tollen Stecke und kannten diesen Weg noch nicht. Am Boxberg trennten wir uns dann, einige fuhren direkt mit der Bahn nach Hause, der andere Teil kehrte noch auf eine Kleinigkeit in die Gaststätte ein und ließ sich dann abholen.

Beate Werner/ Text und Bilder

Nicht vergessen, der nächste Termin ist der 05.06.2016 mit der Wanderung bei Oberhof, (Rundwanderung Oberhof – Ruppberg), die im Winter wegen Sturm ausfallen musste.