Veröffentlicht: Dienstag, 24. November 2015 in Kategorie: Ausdauersport und Wandern

Mit „Willy Wolf“ auf der Zwei-Talsperren-Wanderung

Sonntag, 22.11.2015, 10.00 Uhr war am Gasthaus Felsental in Tambach-Dietharz Treffpunkt für unsere letzte (Umwege-)wanderung zum Falkenstein in diesem Jahr. Gut gelaunt und diesmal in (erweiterter) Begleitung von zwei Dietharzer Urgesteinen, erfahreneren Semesters (Lothar und Klaus), haben wir uns bei optimalem Wanderwetter auf den Weg zum Falkenstein gemacht. Ronald hatte wieder einmal Wege gefunden (Beate würde an dieser Stelle anmerken, dass die Wege Ronald gefunden haben), die selbst Lothar als passionierter Insiderwanderer und Radfahrer noch nicht kannte (und dies wollte schon etwas heißen). Während unserer Tour zum Falkenstein zeigte sich an mancher Stelle auch schon mal die Sonne, anders als dann auf dem Rückweg, der bei leichtem Dauerschneefall, nach reichlichem Genuss von leckerem Glühwein und einsetzender langsamer Dämmerung, jedoch auch seinen ganz besonderen Reiz hatte.

Aber zunächst ging es auf einer Waldstraße in Richtung Falkenstein. Nach einem Abstecher auf einen Schleichpfad direkt entlang des Ufers der Gothaer Talsperre, einer kurzen Rast (mit selbstproduzierten Holunderschnaps und leckeren selbstgemachten Vorweihnachtsplätzchen) am Rastplatz Mittelwassergrund, ging´s erst mal steil an zum Naturdenkmal „Steinernes Tor“. Weiter an einer Weggabelung erfuhren wir erstmalig etwas über die Existenz der neuen Rasse des „Rennsteigschweines“ (dies sind nämlich die, die ihren Müll einfach im Wald zurücklassen!). Dann führte uns der Weg zunächst zum Altenfels, einer ehemaligen Burganlage aus sehr vergangenen Zeiten, die in Verbindung mit Meister Eckhart steht. Bei Google findet sich dazu, dass sich im 13. Jahrhundert an dieser Stelle die Burg Waldenfels befand, welche die Handelsstraße „communa strada“, ein Abzweig der „magna strata“ überwachte. Beide Handelswege führten über den Rennsteigpass nach Süddeutschland. Burgvogt von Burg Waldenfels war Ritter Eckhart von Hochheim. Dessen Sohn soll hier um 1260 das Licht der Welt erblickt haben. Als einflussreicher Theologe und Wissenschaftler des Spätmittelalters ging er in die Geschichte ein. Auf das Erklettern des Altenfelses haben wir aus wettertechnischen Gründen verzichtet. Nach ca. 3 Stunden erreichten wir den Falkenstein, der mit seinen 96 Metern der größte freistehende Kletterfelsen in Mitten des Thüringer Waldes ist. Kurz darauf standen wir vor der Hütte des Bergsteiger- und Wandervereins Tambach-Dietharz am Falkenstein. Udo Ohagen und Frau warteten auf uns mit einem gut vorgeheizten Raum und mit verlockend duftendem und ausgezeichnet schmeckendem Glühwein. Während wir hier auch unsere „Brotzeit“ machten, konnten wir durch die kleinen Fenster dem immer stärker werdenden Flockenwirbel zuschauen und mit uns ringen, ob wir noch etwas bleiben sollten oder uns alsbald den Launen der Natur aussetzen sollten. Die Entscheidung nahm uns wie immer Ronald ab, als er den Aufbruch verkündete. Und dies war auch gut so, denn noch mehr Glühwein wäre in unseren Beinen bestimmt zu spüren gewesen. Und schließlich sollte die Rücktour auch keine normale werden. Ein Abstecher zum einzigartigen wild-romantische Hochgebirgsklamm „Röllchen“ erforderte bei diesem Wetter schon etwas Aufmerksamkeit und Konzentration beim Passieren. Aber auch dieser Abstecher hat sich gelohnt. Als wir die Staumauer der Schmalwassertalsperre erreichten war es ca. 16.00 Uhr und wir hatten ca. 17 km zurückgelegt. Am Ortseingang von Dietharz haben wir uns dann auch von Lothar und Klaus verabschiedet.

Die Quintessenz dieser Wanderung war, so haben wir von Lothar erfahren, dass eine Wandergruppe natürlich auch ein eigenes Wanderlied haben sollte. Dass Lothar nicht nur viele Wanderlieder, sondern auch sehr viel Interessantes und einige Anekdoten aus dieser Gegend zum Besten gab, hat diese Wanderung zu einer ganz besonderen werden lassen. Danke nochmals an dieser Stelle an Lothar und Klaus – wir hoffen, dass Euch diese Wanderung genau so viel Spaß bereitet hat wie uns. Und wir hoffen, dass wir noch öfters Euren Geschichten und Liedern zuhören können bei einer unserer nächsten Wanderungen.

 

Bärbel Thomas/Text u. Bilder

Beate Werner/Bilder